Trittin-Rede fällt beim Publikum durch
Von Stefan Freiwald | 15. August 2011 | Kategorie: Feiern, Neuste Meldungen | 5 Kommentare
Ihr habt die Haare schön: Eine Runde Musikexpress verpasst Uwe Bartels (l.) und Jürgen Trittin eine fesche Fönfrisur. Foto: Matthias Niehues
Es war eine scharfzüngige Rede. Der erste Grüne, der auf dem Stoppelmarkt-Empfang reden durfte, hat mächtig ausgeteilt gegen Schwarzgelb, gegen die Bundes – und Landesregierung. Was vielversprechend und witzig begann, wurde zum Unmut der 1000 Gäste in der Niedersachsenhalle immer mehr zur Wahlkampf-Rhetorik. Am Ende gab es neben Applaus auch Pfiffe und Buh-Rufe.
Aber der Reihe nach: Jürgen Trittin sieht sich selbst als den grünen Kuckuck, den der rote Bürgermeister Uwe Bartels der hiesigen CDU ins Netz gesetzt hat. Tenor der Rede des ehemaligen Bundesumweltministers und jetzigen Fraktionschef im Bundestag: Deutschland wird grüner. Im Bayrischen Wald würden zunehmend schwarze Bürgermeister zu den Grünen wechseln. Sein Parteifreund Jürgen Hillen aus Vechta sei vorbereitet, wenn jetzt jemand spontan einen Mitgliedsantrag auf dem Stoppelmarkt bräuchte.
Das löst Gelächter aus. Zum ersten Mal müssen einige im Zelt schlucken, als Trittin auf die Veredelungswirtschaft zu sprechen kommt. Veredelung bedeute ja, aus einem geringwertigen pflanzlichen Rohstoff einen höherwertigen, tierischen zu machen. “Wenn man aus Soja ein Wiesenhof-Hähnchen macht, ist das Veredelung”, giftet Trittin. “Obwohl sich viele darüber streiten, ob das wirklich an Wert gewinnt. Aber die sind in Vechta in der Minderheit.”
Dank der Grünen und des von ihnen auf den Weg gebrachten Erneuerbaren-Energien-Gesetz könne man jetzt “aus Scheiße Geld machen.”
Dann hörte es aber schon auf mit den Witzen. Trittin packte die Wahlkampf-Rhetorik aus. Schimpft über Frau Merkel und Schwarzgelb. Eine Rede, die er auch im Bundestag halten könnte.
“Er hat gut angefangen und dann gut nachgelassen”, lautete hinterher einer der netteren Kommentare. Ein anderer fand Trittin einfach nur “voll daneben” und völlig unpassend zum Stoppelmarkt. Irgendwie hat Bürgermeister Uwe Bartels doch Recht behalten: “Ein Grüner auf dem Stoppelmarkt. Das überfordert manche.”
Seht hier alle Bilder vom Trittin-Besuch und vom Festempfang der Stadt.
siehste – ich hab doch gleich gesagt, dass politiker nichts auf dem stoppelmarkt zu suchen haben!
Na bitte. Da können die schwarzen Seelen beruhigt feiern. Und wir merken uns: Grüne sind doof, Frauen (Heister-Neumann) auch. Wenn es die Festgäste mal richtig übel erwischen soll, muss Jutta Ditfurth eingeladen werden.
zumindestens hat Jürgen mal für ein bisschen für frischen Wind auf dem Markt gesorgt, lol.
Mittlerweile finde ich den Stoppelmarkt sowas von eingefahren, immer die gleichen Geschäfte an den selben Stellen ,fast nix Neues zu entdecken und von den Fahrgeschäften ganz zu schweigen.Wieso gelingt es den Veranstaltern nicht mal so High Tec Fahrgeschäfte wie auf der Cranger Kirmes zu krallen? Ich denke das da ganz schön “geschmiert” wird. Aber davon war in der Rede ..nicht die Rede ^^
Bin mal gespannt wer nächstes Jahr eingeladen wird!
Für mich ist der Festredner auch durchgefallen. Gute gestartet und dann sehr stark abgeflacht. @ Michael, das mit dem „geschmiere“ kann ich so nicht stehen lassen. Der Stoppelmarkt kollidiert terminlich immer mit der Cranger Kirmes. Dort sind 4.000.000 Besucher (bei uns 800.000) da kann man sich leicht vorstellen, wo die großen Fahrgeschäfte hingehen. Das mit den neuen Fahrgeschäften stimmt so auch nicht. Ich hab alleine schon locker ca: 7 neue dieses Jahr gesehen…